Eine Woche in der Arbeitswelt

Eine Woche ist vergangen, seit ich begonnen habe zu arbeiten. Wie läuft das so?

Tja, am ersten Tag gab es „nur“ die Einführung und eine Vorstellung bei allen im Gebäude. Am nächsten Tag ging die Ausbildung los. Wir haben Linux installiert, konfiguriert und eine Menge mehr. Alles werde ich nicht aufschreiben. Uns wurde direkt angekündigt, wir würden hauptsächlich mit der Konsole arbeiten (und ich kann mir leider einzelne Befehle nicht allzu schnell merken). Außerdem würden wir nach einiger Zeit das ganze wiederholen – damit es sitzt.
Taten wir auch. Und zwar direkt am nächsten Arbeitstag, dem Montag. Kurz vor Feierabend lief bei mir jedoch etwas nicht. Mein Ausbilder klickte wild rum, plötzlich fehlten wichtige Ordner. Ich badete das ganze aus (er glaubt ich hätte die Ordner gelöscht. Klar. Mit root Rechten, die ich nicht anwenden mag), indem ich am Dienstag neu installierte.  Und weil wieder etwas nicht lief, erneut. Vier mal Linux in drei Tagen formatiert, installiert und konfiguriert. Dann die Pakete installieren, Software, Ordner erstellen. Etwas stressig.
Inzwischen arbeiten wir mit dem Java Hamster Modell. Das bei mir nicht laufen wollte. Mein Ausbilder kann über seinen Computer auf meine Dateien zugreifen. Er vermutete ja, ich hätte etwas im Programm gelöscht. Bei ihm lief es aber. Er sagte, der mir zugeteilte Laptop sei eine Schrottkiste.
Wir lernten selbstständig. Ich bin etwa durch die erste Hälfte des Buches durch.
Wenn ich auf „Ausführen“ klicke, möchte das Programm (oder der Computer) meist nicht. Heute gab es eine Fehlermeldung aus (berechtigt), die ließ sich nicht mehr schließen. Das Hamster Programm war komplett eingefroren. Nach einiger Zeit holte ich meinen Ausbilder, der die Schuld mir gab. Klar, die Fehlermeldung entsprang einem Logikfehler von mir. Aber er glaubte mir nicht, dass das Hamsterprogramm regelmäßig nicht funktionierte. Nach einem neu Einloggen ging es. Er sah meinen Code und machte mich für die Platzierung meiner geschweiften Klammern zur Schnecke – ich finde es übersichtlicher sie in einer extra Zeile zu haben. So:

void main()
{
Anweisung();
while(gegeben)
{
Anweisung();
}

if(Bedingung)
{
while(wasauchimmer)
{
Anweisung();
}
}

Anweisungen();
}

Einer unserer Java Entwickler war im Raum. Er bevorzugt meine Version, so wie ich es mache ist es in dem Unternehmen sogar vorgegeben, bei Java.
Etwas deprimiert hab ich weiter an Hamster gearbeitet. Sobald der Ausbilder raus war, funktionierte das Ausführen auch wieder nicht.
Ansonsten: zwei oder drei Mal hat der Ausbilder etwas sexistisches gesagt. Er hat auch seine netten Seiten.
Aber wir müssen Überstunden abbauen. Montag zum Beispiel waren wir wegen des Problems eine Stunde länger da, hätten also statt 30 Minuten Pause 45 Minuten Pause machen müssen. Gestern war das bei mir wieder so. Lösung: eintragen, ich hätte länger Pause gemacht. Also hab ich insgesamt eine halbe Stunde gearbeitet, die aber als „unbezahlte Pause“ gilt. Super. Ich hoffe das passiert nicht öfter. Eigentlich wollte ich lieber am Freitag früher gehen, aber nein, die Überstunden sollten sofort abgebaut werden .-.
Typisch für Informatiker gibt es auch Kaffee. Regelmäßig.
Kernarbeitszeit ist von 8:30 oder 9:00 bis 15:00, glaub ich. Ich komme am liebsten um 7:30, denn da ist immer der gleiche Parkplatz frei. Wäre der nicht frei, wäre das ein schlechter Start in den Tag.
Insgesamt hab ich einen netten Mitstudenten, zwei weitere in höheren Semestern sitzen noch mit im Raum. Nächsten Dienstag ist Einführung an der Hochschule.
Ich kenne noch fast gar keine Namen, aber alle sind sehr nett. Ich nehme mir mein Mittagessen von Zuhause mit. Die Kleidung ist alltäglich, aber Ordentlich. Aufschrift/Aufdruck ist nicht erlaubt, lange Hosen vorgeschrieben. Ich komme gut damit klar, kurz nach sechs ins Auto zu steigen und Nachrichten hörend zur Arbeit zu fahren.

Und Zuhause lerne ich weiter. Ich fühle mich nicht gut genug. Manchmal ist es spaßig, aber für Informatik bin ich wohl nicht geeignet.

Update Freitag: Insgesamt bin ich heute einige Male angemacht worden. Ich möchte das nicht weiter führen. Aber mit ist klar, wenn ich abbreche, werfe ich es mir mein Leben lang vor, dass ich nicht gekämpft habe.

Beitragsbild Quelle: Alexander Diem. Danke!

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